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Zwischen Alltag und Ewigkeit

Schlagwort: Reflexion

  • Einfach hochsensibel

    Einfach hochsensibel

    Gerade komme ich von einem Wochenende mit meinem Hauskreis. Wir vier Ehepaare treffen uns jede Woche zum persönlichen und theologischen Gespräch bei leckeren Snacks und zum gemeinsamen Gebet. Da unsere Kinder im gleichen Alter sind, kam der Gedanke auf, mal zusammen wegzufahren, d.h. wir waren eine Gruppe von 19 Personen.

    Jede Familie hatte eine Blockhütte, gegessen wurde draußen an einer langen Tafel. Viel Programm gab es nicht – das ergab sich auf dem großzügigen Gelände von selbst. Für die Kinder und Teens gab es genügend zu tun: Seilbahn, Quad fahren, Federball, Fußball, Wasserball spielen, Frösche und Schlagen im Teich beobachten, abends Marshmallows & Stockbrot am Lagerfeuer grillen. Das Wetter war fantastisch und so wurde es zu einem idyllischen Wochenende.

    Ich nahm mir immer wieder die Freiheit, mich in mein Zimmer zurückzuziehen oder allein in der Küche etwas fürs gemeinsame Essen vorzubereiten und bekam so die Ruhepausen, die ich im sommerlichen Gemeinschaftstrubel brauche. Denn seit ein paar Jahren weiß ich, wie sich „das“ nennt, was ich habe: Ich bin hochsensibel.

    Gleich vorweg: Das bedeutet nicht, dass ich mich anderen Menschen gegenüber besonders sensibel verhalte. Mein Verhalten ist manchmal alles andere: Grummelig, schroff, abweisend – und zwar dann, wenn ich überreizt bin. Und das passiert bei mir schneller als bei „normalen“ Menschen. Ich lerne, auf mich zu achten, mir Pausen zu nehmen, wenn mein Kopf „heiß läuft“. Genauso kann es sich anfühlen, wenn ich diesen Überreiztheitszustand erreiche – wie eine Art Kopfschmerz.

    Als ich Mutter von kleinen Kindern war, war mein Dilemma, dass es oft nicht möglich war, sich zurückzuziehen. Heute habe ich drei Schulkinder und kann mir meine Zeit als freiberufliche Übersetzerin selbst einteilen. Ich genieße es, mir ab und zu vormittags Zeit für mich zu nehmen. Mich innerlich und äußerlich (durch Aufräumen unserer Wohnung) zu sortieren. Beim innerlichen Sortieren hilft mir das Tagebuchschreiben oder das Organisieren von Aufgaben in verschiedenen Listen.

    Ca. 15-20% aller Menschen gelten als hochsensibel. Hochsensible Menschen nehmen Geräusche, Gerüche, Situationen sehr intensiv wahr. Sie reagieren stark auf zwischenmenschliche Ereignisse und zeigen eine hohe Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen.

    Ich habe mich schon als Kind „anders“ gefühlt und in der Belastungssituation als Mutter von zwei Kleinkindern dachte ich, ich wäre psychisch krank. Da half es mir, das Konzept der Hochsensibilität kennenzulernen und zu erfahren, dass es einfach ein Persönlichkeitsmerkmal ist, keine Krankheit, und dass ich nicht die Einzige bin.

    Hochsensiblen wie mir fehlen gewissermaßen die Filter. Es kostet sie viel Energie, sich z.B. auf ein Gespräch zu konzentrieren, wenn um sie herum viel los ist. Sie sind durch zu viele Eindrücke schnell überwältigt und körperlich erschöpft.

    Obwohl ich weiß, dass ich Pausen brauche, spüre ich bis heute ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich so wie am letzten Wochenende zurückziehe. Was gut tut zu wissen: Von den acht Erwachsenen in unserer Gruppe sind die Hälfte hochsensibel und kennen die Problematik. Wir haben bereits einen ganzen Abend darüber gesprochen und auch die Partner haben mitgeteilt, wie es ihnen mit der Hochsensibilität ihrer Ehepartner geht. Es kann die Angehörigen nerven. Doch das Wissen um die Besonderheit hilft. Und man hat sich ja zu dem hochsensiblen Partner hingezogen gefühlt. Da er nicht nur besonders empfindlich, sondern wahrscheinlich auch vielseitig interessiert ist sowie eine tiefgehende Analysefähigkeit und einen Blick fürs Detail besitzt.

    Ich denke, dass mir die Hochsensibilität in meinem Beruf als Übersetzerin zugute kommt. Auf meine Kunden aus unterschiedlichen Ländern kann ich mich gut individuell einstellen. Beim Literaturübersetzen kann ich mich in die andere Kultur des Ausgangstextes einfühlen und zwischen den Zeilen lesen.

    Wenn ich in Teams gearbeitet habe, gelang es mir gut, die verschiedenen Positionen zu verstehen und mit einzubeziehen und z.B. die einzelnen Personen und ihre Bedürfnisse bei der Aufgabenverteilung und Terminplanung im Blick zu behalten.

    Als Mutter ist es auch hilfreich, die Bedürfnisse der Kinder nachvollziehen zu können und entsprechend zu reagieren. In dieser Rolle nehme ich allerdings zu viel Rücksicht oder ich spüre die verschiedene Bedürfnisse in der Familie, versuche allen gerecht zu werden und bin dann frustriert, wenn dies nicht gelingt (weil das schlicht und einfach nicht immer funktioniert).

    Ich bin immer noch am Lernen, gut mit meiner Hochsensibilität umzugehen, d.h. gut für mich zu sorgen und zu meinen Grenzen zu stehen, aber auch meine Stärken in die Welt zu bringen.

    Was sind deine Gedanken zu Hochsensibilität?

    P.S. Hier kann man übrigens einen Test machen, ob man hochsensibel ist.

  • Eisberg voraus! Herausforderungen im Leben meistern

    Eisberg voraus! Herausforderungen im Leben meistern

    Ein Gastprediger empfahl beim kurzen Gespräch und Gebet nach dem Gottesdienst ein Buch des Podcast-Hosts, dem ich ab und zu im Auto lausche: Carey Nieuwhof. Auf Englisch heißt es: „Didn’t see it coming – Overcoming the 7 Greatest Challenges That No One Expects and Everyone Experiences“.

    Ich stellte fest, dass ich das Buch als Hörbuch hören konnte und hatte es schnell durchgehört. Carey liest es selbst und hat eine kurzweilige Art, seine Inhalte mithilfe von Geschichten rüberzubringen. Da es so viele hilfreiche Tipps enthält und sehr übersichtlich gestaltet ist, war es ein Leichtes, es noch einmal zu überfliegen und das Wichtigste herauszuschreiben. Hier bekommst du meine Zusammenfassung des Buches:

    Carey benennt folgende 7 Herausforderungen:

    • Zynismus/Pessimismus
    • faule Kompromisse
    • Isolation/Einsamkeit
    • Bedeutungslosigkeit
    • Stolz/Hochmut
    • Burnout
    • Leere

    Zu jeder Herausforderung bietet er eine Art Gegenstrategie an.

    Aus dem Kapitel über Zynismus habe ich mir mitgenommen, dass es hilft neugierig zu bleiben. Dafür sollte man Denkzeit einplanen, d.h. einfach Zeit zum Nachdenken beim Spazieren oder Tagebuch schreiben oder um ein neues Buch zu lesen. Es ist auch erstrebenswert, sich im Fragen stellen und weniger Antworten zu geben zu üben. Denn wer ist nicht gern mit jemandem zusammen, der Fragen stellt anstatt nur von sich zu erzählen? Auch träumen ist wichtig und vor Entscheidungen zu fragen: Warum? und: Warum nicht!?

    Kompromisse gehen wir ein, wenn wie wir uns in der Öffentlichkeit und im Privaten geben sich sehr stark voneinander unterscheidet. Wenn wir anfangen, Fakten zu verschleiern (bei mir ist das z.B. wenn ich meine Schokoladensucht verbergen möchte, indem ich die gekaufte Schokolade verstecke und heimlich esse.) Dann kommt oft noch dazu, dass wir unsere schlechten Entscheidungen rechtfertigen anstatt sie uns einzugestehen. Klar, zeigen wir zuhause mehr von unseren schlechten Seiten, das ist normal. Aber wenn wir zuhause nur „stinkig“ und in Schule/Beruf allseits beliebt sind, ist irgendetwas faul.

    Ein Gedankenspiel, das ich schon von Steven Covey („The 7 Habits of Highly Effective People„) kenne, ist, sich seine eigene Beerdigung vorzustellen und zu überlegen, was Familienangehörige und enge Freunde in einem Satz über einen sagen würden. Ich wünsche mir – und das ist das Ziel für charakterliche Weiterentwicklung – dass die Menschen, die mich am besten kennen, mich am meisten mögen. Was muss ich dafür tun, damit das so wird? Zeit in die persönliche Weiterentwicklung investieren und tun, was ich sage, sprich konsequent sein und Verantwortung übernehmen.

    Isolation und Einsamkeit sind in unserer Zeit weit verbreitet. Was dagegen hilft: Zur Beichte gehen. Sich nicht nur mit Menschen umgeben, die einen sagen, was man hören möchte, sondern tiefe Beziehungen zulassen. Nicht nur von Erfolgen erzählen, sondern auch mal beichten, was man es so richtig verbockt hat. Das Thema Media Detox ist da auch essentiell. Sich mit echten Menschen umgeben und Zeiten wie gemeinsame Mahlzeiten in der Familie nicht noch durch elektronische Geräte bestimmen lassen.

    Wenn wir uns auf Veränderung einlassen, geschieht Verwandlung.

    Veränderungen im Leben finden auch ohne unser OK statt. Wir verändern nur etwas, wenn der Leidensdruck groß genug ist. Wenn wir uns allerdings auf Veränderung einlassen, geschieht Verwandlung. Wir sollten nicht an Methoden festhalten, sondern nach einem persönlichen Mission Statement leben. Mit jungen Leuten abhängen, gesellschaftliche Trends studieren und offen für radikale Veränderungen sein beugen der Bedeutungslosigkeit vor.

    Eine weitere große Herausforderung ist Stolz. Nicht der Stolz auf etwas mühsam Erarbeitetes, sondern Hochmut, zu denken, man wäre besser als andere. Stolz zerstört, was uns wichtig ist und verhärtet unser Herz – wir vergleichen uns mit anderen, sind extrem leistungsorientiert, können Erfolge anderer nicht feiern, verdrängen begabte Leute aus unserem Leben, wollen überall mitreden.

    Eigenschaften der Demütigen sind:

    • Dankbarkeit
    • nicht nach Status zu trachten, sondern das Geringere nehmen bzw. teilen, was man hat (Auto, Haus etc.)
    • Lernbereitschaft
    • Erfolg von anderen feiern
    • Ehrlichkeit

    Manchmal muss man auch ehrlich sein, wie es einem geht und stellt fest: Ich bin ausgebrannt – oder bekommt vom Arzt die Diagnose „Burnout„.

    Was sind Anzeichen dafür, dass du ausgebrannt bist?

    • weniger Leidenschaft
    • gleichbleibende Emotionen (Gleichgültigkeit)
    • kleine Dinge regen einen groß auf
    • Menschen strengen nur noch an
    • Zynismus
    • nichts befriedigt mehr
    • nicht mehr klar denken können
    • weniger produktiv sein
    • man betäubt sich (Süchte oder zu viel essen, arbeiten etc.)
    • nicht mehr lachen können
    • Schlaf hilft nicht mehr gegen Erschöpfung

    Was kannst du dagegen tun?

    • darüber reden
    • Zeit mit Gott verbringen
    • Freunde treffen
    • Ruhe
    • Ablenkung
    • Selbstfürsorge
    • keine großen Entscheidungen treffen
    • Verluste betrauern
    • Herz wieder öffnen
    • in Gesundheit täglich, mindestens wöchentlich, investieren (Ernährung, Bewegung, Erholung)

    Leere entsteht, wenn man alles erreicht hat und es kein „wenn… dann…“ mehr gibt. Die Lösung ist nicht „immer mehr“, sondern sich zu fragen, was man heute tun kann, um sich morgen richtig gut zu fühlen. Auch Salomo hatte alles erreicht – er war reich, weise und mächtig. Diese Erfahrung ernüchterte ihn erst einmal und dann kam er zu dem Schluss, dass es das Beste sei, das ganz normale Leben zu genießen.

    Wie kann ich dem Zusammenprall mit dem Eisberg vorbeugen?

    Johannes Calvin hat einmal gesagt:

    Ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Gotteserkenntnis.

    Man kann das eine nicht ohne das andere erlangen.

    Man sollte wissen, wie man andere beeinflusst, einen Bezug zu seinen eigenen Emotionen haben, die eigenen Schwächen, Stärken und Begrenzungen kennen.

    Ich denke, jeder kommt im Leben an Grenzen – oder wie in dem Bild: stößt an einen Eisberg. Und wie immer geht es um die Reaktion darauf. Denn wenn etwas Unangenehmes, Trauriges oder Bedrohliches passiert ist, ist es passiert. Aber es wird, was du daraus machst. Also sei ehrlich zu dir, vertrau dich jemandem an, nimm Hilfe an und gib dir Zeit.

  • Über christliche Gemeinschaft – zwischen „Alles nur Stückwerk“ und „Himmel auf Erden“

    Über christliche Gemeinschaft – zwischen „Alles nur Stückwerk“ und „Himmel auf Erden“

    Hier zwei Gedanken aus einem Gespräch über Leiterschaft, christliche Gemeinschaft und Schmerz.

    Erster Gedanke: Man möchte ein Leiter sein, der nach Gottes Willen fragt und sich von ihm führen lässt. Der wie Jesus den Vater fragt, was dran ist. Das kann man allerdings nur für eine gewisse Zeit – zumindest fiel uns kein Beispiel eines Leiters ein, der nie Leute verletzt hat und immer in perfekter Verbindung zu Gott stand. Oft mischt sich „Menschliches“ ein. Wir sind ja nicht vollkommen.

    Nach dem Gespräch schlug ich die Losung des Tages auf und da stand passend dazu:

    Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

    1 Korinther 13,10

    Für diese gewisse Zeit kann die christliche Gemeinschaft/ Gemeinde dann „Himmel auf Erden“ erleben und das dürfen wir genießen – im Bewusstsein unserer Endlichkeit und Unvollkommenheit.

    Der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich.

    Jesaja 51,6

    Zweiter Gedanke: In der Ewigkeit, vor Gott, werden wir auch mit dem Bruder stehen, der Ja zu Gott gesagt hat, mit dem Gott gnädig war, der uns (auf Erden) weh getan hat… Es ist an uns, dazu Ja (oder Nein) zu sagen.

    Man hat Einfluss auf sich selbst und die eigene Entscheidung, ist verantwortlich für sein eigenes Herz und die eigene Gedankenhygiene.

  • All is grace – Gedanken zur Autobiografie von Brennan Manning

    All is grace – Gedanken zur Autobiografie von Brennan Manning

    Brennan Manning (1934-2013) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, ehemaliger Franziskanermönch und Evangelist. 2011 veröffentlichte er seine Autobiografie „All is grace“, auf Deutsch 2012 unter „Alles aus Gnade“ erschienen.

    Irgendwie beeindruckt mich dieser Mann – mit seiner Erinnerung an Gottes Vaterliebe zu uns, trotz all unserer Verfehlungen; wie er dennoch dran bleibt und seinen Glauben nicht an den Haken hängt.

    Kritisiert wird Manning für seine „billige Gnade“ und ja, das ist das Schwierige am Glauben: Nach hohen Idealen zu streben, in dem Wissen, dass wir sie auf Erden niemals erreichen und nicht in Scham zu versinken, wenn wir scheitern – gleichzeitig das mit der Sünde nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, immer wieder ernst gemeint und reumütig vor Gott zu kommen.

    Mich tröstet und inspiriert ein Geistlicher wie Manning, dessen Leben neben seiner Gabe des Sprechens und Schreibens von der Alkoholsucht gezeichnet war. Er schreibt in seiner Autobiografie ehrlich von dieser seiner Schattenseite und dem, was sie für ihn mit sich brachte: Lügen und eine kaputte Ehe. In dieser Zerbrochenheit ist er mir sympathisch. Ebenso bewundere ich sein intellektuelles Talent. Es war ein Genuss, sein Buch zu lesen, das mit passenden Zitaten anderer Autoren und vielen Fotos versehen ist. So wird es aufgelockert und scheint leicht zu lesen. Man könnte jedoch auch lange über jeden Abschnitt nachdenken.

    Ein Buch für Menschen, die zweifeln, auf der Suche sind oder sich in einer Entwicklungsschleife befinden und denen man sagen möchte: Alles ist Gnade und Gott der Vater hat dich lieb.

  • Einfach mal raus – 5 Tipps für deine Auszeit

    Einfach mal raus – 5 Tipps für deine Auszeit

    Bild mit Strand und Meer

    Manchmal muss man einfach mal aus dem gewohnten Umfeld raus – und wenn es nur eine andere Unterkunft als das eigene Zuhause ist. Mal Urlaub allein machen, Abstand zu den Herausforderungen des Alltags bekommen, über den Tellerrand schauen, eine Pause machen.

    Nachdem ich letzten Juni vier Tage für mich freigeschaufelt hatte und ein Hotel im brandenburgischen Nirgendwo sowie eine Unterkunft bei Bekannten in der Stadt gebucht hatte, fand ich mich die meiste Zeit an meinem Handy wieder.

    Den ersten Tag war ich in meiner Rolle als Familienmanagerin tätig, vervollständigte Kalender und Aufgabenlisten und schrieb Textnachrichten an meine Familienmitglieder. Mit der Zeit störte mich das altmodische Ambiente des Hotelzimmers mehr als ich gedacht hätte. Ich freute mich dennoch an dem schönen warmen Braunton der Wände und dem durch die weißen Gardinen einfallenden Tageslicht und versank für die nächsten Stunden in meinem mitgebrachten Roman. Ansonsten zog es mich nach draußen in die kleinen Läden des Ortes. Viel gab es dort nicht. Ein paar Besorgungen, die ich zu machen hatte, fielen mir dennoch ein. Shopping als Kompensation für innere Leere. Ich ließ es zu.

    Als ich am dritten Tag zu meinen Bekannten in die große Stadt wechselte, war ich innerlich schon etwas ruhiger. Ich betete, ließ mich von einem Buch im Regal inspirieren und kaufte mir was zu Essen im Bioladen um die Ecke. Dann traf ich mich noch mit Freundinnen und schon waren meine vier Tage um. Und ich war irgendwie enttäuscht.

    So richtig zur Ruhe gekommen war ich nicht, aber ich war auch völlig planlos und gestresst in diese Zeit gestartet. Wir hatten eine schwere Zeit mit vielen Verlusten hinter uns, waren gerade umgezogen und bei mir war einfach die Luft raus. Ich wollte nur noch allein sein und lesen. Es war okay, aber das nächste Mal möchte ich mehr aus meiner Auszeit herausholen und sie fokussierter angehen.

    Man kann ja aus allem etwas lernen und so habe ich aus meiner Auszeit Folgendes mitgenommen:

    • Mach dir einen Plan, wie du deine Auszeit gestalten möchtest.
    • Investiere Zeit in die Auswahl des Ortes.
    • Organisiere, was noch zu organisieren ist vorher und delegiere Aufgaben an deine Familienmitglieder.
    • Verzichte bewusst auf das, womit du dich sonst ablenkst und belohnst, was dich aber nicht wirklich entspannt (in meinem Fall: Handy und Shopping).
    • Überlege dir, was gute Arten der Entspannung für dich sind, z.B. ein Spaziergang, Treffen mit Freunden, eine Kosmetikbehandlung, ein gutes Buch.

    Zum Thema inspiriert haben mich folgende Podcasts/Bücher/Lieder:

    • Meine Lieblingspredigten für mittellange Autofahrten: John Mark Comers Teaching Podcast: Practicing the Way (Spotify), als Buch auch auf Deutsch erhältlich:
    • Leben vom Meister lernen: Practicing the Way
    • Drin blättern und nachdenken: Bianka Bleier: Das Leben feiern
    • Reinhören und Augen schließen: das Lied Rest” von TobyMac (Spotify)
    • Praktischer Guide: Julia Warkentin: 30 Tage Stress-Detox: Eine Anleitung zum Auftanken und Loslassen

    Apropos: Wenn du Buchtipps oder Ähnliches hast, schreib es doch gern in die Kommentare. Ich würde gern eine Linksammlung zum Thema Auszeit & Reflexion erstellen.